Im JANUAR 2018 – von Dr. Peter Boskamp…


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Die Brutzeit

Die Zeit der Mauser ist vorbei und die Tauben haben ihr neues Gefieder. Für diejenigen, die Winterzucht betreiben, ist die Zeit gekommen, sich allmählich darauf vorzubereiten. Nach der Mauser denken viele Leute, dass es Zeit ist, die Tauben untersuchen zu lassen. Die Liebhaber sammeln dann etwa über fünf Tage lang den Taubenkot, um sie auf Erreger von Paratyphus untersuchen zu lassen. In der Mauser sind die Widerstandskräfte der Tauben meist am niedrigsten, weil der Aufbau des neuen Gefieders so viel Anstrengung gekostet hat. Während dieser Zeit können Salmonellen-Bakterien am besten nachgewiesen werden. Ein weiterer Grund, warum in diesem Zeitraum mehr Salmonellen gefunden werden. Die routinemäßigen Antibiotikakuren vieler Züchter während der Rennsaison liegen schon lange hinter uns, so dass die hemmende Wirkung auf die Ausscheidung des Bakteriums vorbei ist. Tauben, die diese Bakterien tragen, scheiden sie dann wieder regelmäßig im Kot aus.

 

Wie üblich verabreichen viele Liebhaber eine kürzere oder längere Behandlung gegen Paratyphus. Seit jeher wird das Medikament Enrofloxacin (Baytril®) verwendet. Dieses Antibiotikum ist in den Niederlanden inzwischen nur noch ein Medikament dritter Wahl, weshalb es nicht mehr von Tierärzten verschrieben oder angewendet wird, es sei denn, die bakteriologische Untersuchung hat schlüssig nachgewiesen, dass es keine andere Option mehr gibt. Mancher Züchter ist empört darüber, dass sein eigener Tierarzt die Medizin nicht mehr verschreibt. Ich stelle dann schnell klar, dass das an den sich ändernden Vorschriften liegt und dass nur noch wenige Tierärzte das Mittel in den Niederlanden noch verschreiben. Allmählich entsteht eine Form der Akzeptanz. Es gibt aber auch Liebhaber, die behaupten, sich die verschiedenen Vorschriften in Europa zunutze zu machen.

 

Aber abgesehen von der Tatsache, dass die Verwendung von Enrofloxacin jetzt praktisch verboten ist, ist es auch nicht notwendig, dieses Antibiotikum zu verwenden. Hier funktioniert Cotrimoxazol auch sehr gut. Aber die Frage ist berechtigt, ob diese Behandlung gegen Paratyphus für die Zucht notwendig ist. Unsere Erfahrung zeigt, dass, sobald ein Züchter die notwendigen Schritte unternimmt, um die Widerstandskräfte der Tauben auf ein optimales Niveau zu bringen, die Bereitstellung von Antibiotika für diesen Zweck grundsätzlich nicht mehr notwendig ist. Die Praxis zeigt, dass in beiden Fällen die Zucht gleich gut verläuft. Eine andere Situation ergibt sich, wenn bei der Untersuchung des Taubenkots tatsächlich Paratyphus festgestellt wird. In diesen Fällen ist es notwendig, die Behandlung gegen Paratyphus wie im Buch beschrieben durchzuführen. In diesem Fall muss man handeln. Für alle anderen Fälle gilt, dass man keine Medikamente verwenden sollte, wenn sie nicht notwendig sind. Aber gerade aufgrund der Gewohnheit, wenig Zeit für und wenig Rücksicht auf die Gesundheit der Tauben zu nehmen, wird immer noch oft vorbeugend mit Antibiotika behandelt.

Wenn Sie gegen Paratyphus impfen, eine präventiven Behandlung, die immer gebräuchlicher wird, dann tun Sie dies am besten 3-6 Wochen vor der Paarung. Auf diese Weise erhält der Nachwuchs den größtmöglichen Schutz im Ei. Als Ergebnis ist der Nachwuchs in der Lage, ausreichend gegen eine solche bakterielle Infektion geschützt zu sein.

 

Wer seine Tauben vor der Mauser untersuchen lassen hat und die notwendigen hygienischen Maßnahmen getroffen hat, muss meist nicht befürchten, dass die Tauben während der Brutzeit große Probleme mit Krankheitserregern bekommen. Wurden neue Tauben in den Taubenschlag gesetzt, ohne auf Trichomonaden, Kokzidiose, Pestkop, Paratyphus und Würmer untersucht worden zu sein, ist es ratsam, die Tauben, möglicherweise noch einmal, auf diese Krankheiten testen zu lassen. Jeder Taubenzüchter, der etwas auf sich hält, verfügt über einen Quarantänestall oder sollte einen haben. Neu gekaufte Tauben sollten immer dort eingesetzt werden, bis nachgewiesen wurde, dass sie frei von den oben genannten Krankheiten sind.

 

Weizenkeimöl und Selenium

Die Vorbereitung auf die Brutzeit besteht aus meiner Sicht in der Optimierung der Gesundheit der Tauben. In diesem Teil des Buches haben wir uns eingehend mit den vorhanden Möglichkeiten befasst. Wir sollten zunächst Vitamin E geben. Vorzugsweise in Form von Weizenkeimöl, weil es verschiedene Arten von Vitamin E enthält, die ideal für eine optimale Versorgung sind. Künstliche Vitamin E-Präparate enthalten häufig nur eine Art von Tocopherol.

 

Wenn möglich sollten Sie die Verwendung natürlicher Vitamine gegenüber künstlich hergestellten Vitaminen bevorzugen. Das Vitamin E fördert die Fruchtbarkeit. Man kann zum Beispiel ein paar Mal pro Woche das Futter mit Bierhefe vermengen. Die Fruchtbarkeit der Täuberiche und Täubinnen kann außerdem durch den Einsatz von Ginseng verbessert werden. Eine Überdosierung sollte vermieden werden. Diese Heilpflanze erhöht den Sexualtrieb und die Qualität der Spermazellen. Wir empfehlen sogar, Ginseng zu geben, bevor man eine Hormontherapie durchführt, um die Fruchtbarkeit von problematischen Tieren zu verbessern.

 

Natürlich kann es nicht schaden, in diesen Problemfällen für eine optimale Versorgung  mit Vitaminen und Mineralstoffen zu sorgen. Selenium ist ein weiteres wichtiges Mineral in Bezug auf die Fruchtbarkeit. Die zwei- bis dreimalige Vergabe eines guten Vitaminpräparats pro Woche wirkt oft Wunder.

Manchmal reicht es schon, für eine ruhigere Umgebung zu sorgen und Stress zu vermeiden. So kann man den Bruterfolg älterer Täuberiche und Täubinnen durchaus positiv beeinflussen.

 

Omega-3-Fettsäuren

Die Forschung hat gezeigt, dass ausreichend Omega-3-Fettsäuren, in Form von EPA und DHA, für die richtige Gehirnentwicklung des ungeborenen Fötus unentbehrlich sind. In diesem Sinne ist es ratsam, für eine Maximalversorgung mit Fettsäuren zu sorgen, wenn die Eier gebildet werden. Damit sind die Eier reichlich mit den gewünschten Omega-3-Fettsäuren versorgt. Während der Brut sind prinzipiell keine zusätzlichen Fettsäuren erforderlich. Wenn die Eier gelegt wurden, sollte man natürlich wieder für ausreichend Fettsäuren im Futter sorgen, um ein gutes Wachstum der Jungtiere sicherzustellen. Die praktische Erfahrung scheint zu zeigen, dass Nachwuchs, welcher reichlich mit Omega-3-Fettsäuren versorgt wurde, immer noch einen Vorteil gegenüber dem normal ernährten Nachwuchs hat. In Studien wurde bei Hunden wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Omega-3-Fettsäuren nicht nur die Widerstandskräfte erhöhen, sondern auch eine entzündungshemmende Wirkung haben. Aber auch, dass bei ausreichender Versorgung mit EPA- und DHA-Fettsäuren bei der Bildung der Gehirnzellen mehr Kreuzverbindungen zwischen den Gehirnzellen selbst entstehen. Man kann sagen, dass die Zellen Informationen schneller mit den Nachbarzellen austauschen können, so dass das Gehirn insgesamt schneller arbeiten kann. In der Studie mit den Hunden zeigte sich bei Welpen, dass sie klüger waren als ihre Artgenossen, die normal gefüttert wurden. Diese Eigenschaft blieb weiter bestehen. Jetzt müssen Tauben in der Lage sein, gut zu fliegen, aber Tauben, die klüger sind, fliegen nicht unnötig herum und sind normalerweise schneller zuhause als viele ihrer Art, die kräftiger, aber weniger klug sind.

 

Gehirne, die im Laufe der Entwicklung genug Omega-3-Fettsäuren bekommen haben, entwickeln sozusagen einen schnelleren Prozessor mit mehr Verbindungen.

 

In Analogie zur Bereitstellung der Omega-3-Fettsäuren ist es auch folgerichtig, eine optimale Versorgung mit allen benötigten Baustoffen, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu gewährleisten, die ein heranwachsender Vogel benötigt. Ich weiß: Sie alle wachsen ohne die zusätzlichen Nährstoffe auf- so oder so. Aber was, wenn die Praxis zeigt, dass die Jungen deutlich besser wachsen und oft schon früher beringt sind- und das nur durch die Vergabe von zusätzlichen Nährstoffen. Wir haben ein Mittel zur Brutunterstützung entwickelt, zunächst nur für unsere eigenen Tauben. Aber inzwischen wurde es bereits zur Zufriedenheit verschiedener Liebhaber getestet und für gut befunden.

 

Ein Bestandteil dieses Mittels zur Unterstützung der Brut ist die Gruppe der Nukleotide. Das sind die Bausteine des genetischen Erbmaterials. Gerade für junge Tauben, die sehr schnell wachsen müssen, ist es wichtig, dass diese Baustoffe ausreichend vorhanden sind. Ich vergleiche es mit einem Maurer, der eine Mauer mauern muss. Wenn die Steine in Reichweite sind, wird die Wand normalerweise schneller fertig, als wenn der Maurer von Zeit zu Zeit aufstehen muss, um die Steine anderswo aufzusammeln. Auch während der Mauser kann es nicht schaden, einmal oder mehrmals pro Woche Öl zu verabreichen, das Nukleotiden enthält.

 

Viel Erfolg !

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Ihr Peter Boskamp

 

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Im Januar 2018 erscheint das Buch „Tauben Gesund erhalten“ von Dr. Peter Boskamp auch in den Sprachen Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch. Ab 1. November 2017 können Sie dieses Buch in einer der benötigten Sprachen bestellen! Warten Sie nicht zu lange, denn im Voraus zahlen Sie 29,95 € statt 44,95 € (zzgl. Versandkosten) !! Sie können das Buch auf der Messe bestellen oder eine E-Mail senden an: info@bonyfarma.com.

Das Buch konzentriert sich auf die Bereiche Krankheitsbekämpfung, Gesundheitsvorsorge und  Leistungsförderung  bei  Tauben. Einige Kapitel witmen sich der Pestkop-Bakterie mit allen bekannten Hintergründen. Der Zusammensetzung des Buches wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Der Ausgangspunkt war, ein Buch für Taubenzüchter zu schreiben.

boskamp Tauben-nach-Vereinbarung


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